Kaffee kann Leben ändern!

Weltweit leben über 25 Millionen Menschen für und vom Kaffeeanbau. Alleine schon die kleinbäuerlichen Betriebe werden auf 25 Millionen geschätzt. Zusammen mit ihren Familienangehörigen ergibt das rund 100 Millionen Menschen, die direkt oder indirekt vom Kaffee wirtschaftlich abhängig sind, die Großplantagen noch gar nicht eingerechnet. Dazu kommen Arbeiter in der Weiterverarbeitung und im Transport. Doch die wenigsten können davon tatsächlich vernünftig leben. Nach dem Tchibo Kaffeereport 2018 sind bis 2015 gerade einmal 844.000 Kaffeearbeiter und -Bauer bei Fairtrade-Betrieben untergekommen. Fairtrade garantiert faire Abnahmebedingungen und so vertretbare Löhne für die Arbeiter.

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Beispiel Indonesien: Seit den 70er Jahren hat sich die Kaffeeanbaufläche des Inselstaates mehr als verdreifacht. Alleine zwischen 1991 und 2017 konnte die Kaffeeproduktion um 45% gesteigert werden. Damit gehört Indonesien zu den führenden zehn Kaffeenationen, allerdings eines, mit vielen, unterschiedlichen Anbaugebieten, wie Java oder Sumatra, mit Spezialitätenkaffees wie Kopi Luwak, Flores Bajawa oder Aceh Gayo. Doch viele der Arbeiter auf den Kaffeefarmen leben in Slums.

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Dennis Franz, Fördermitglied der gemeinnützigen Hilfsorganisation Global Micro Initiative e.V. aus Hösbach, war in den Slums von Indonesien unterwegs, um Teilnehmer von Hilfsprojekten auf Bali und Lombok zu besuchen. Im Gespräch mit Silvia Schüßler, Vorstandsmitglied von GMI, schilderte er seine Eindrücke und Erlebnisse. Dennis Franz berichtet: „Die Menschen leben in schier unvorstellbaren Verhältnissen, teilweise direkt neben der oberirdischen Kanalisation, manche in kleinen, oft fensterlosen Räumen. Gleichzeitig ist die Lebensfreude der Menschen erstaunlich. Sie akzeptieren einerseits ihre Situation und versuchen das Beste daraus zu machen.“

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Schuld daran ist auch die übliche Praxis der großen Röstereien weltweit nur den reinen Rohstoff Kaffee zu einem möglichst günstigen Preis aufzukaufen. Alle Prozesse der Veredelung und Weiterverarbeitung finden dann, fernab der Kaffeeplantagen, in Europa oder Amerika statt. Das bedeutet aber nicht nur, dass die größten Gewinne weit entfernt von den Kaffeeanbaugebieten erzielt werden, auch fehlen wichtige Arbeitsplätze vor Ort. Diesem Missstand wollen Organisationen wie die Global Micro Initiative – GMI – Abhilfe schaffen. Denn Microkredite versetzen Menschen vor Ort in die Lage sich mit kleinen Unternehmen eine eigene Existenz aufzubauen. Zum Beispiel mit dem Rösten und Verkauf von Kaffee.

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Dennis Franz: „Auf der Insel Lombok war für mich die Situation im Dorf Sapit und der Besuch bei Sopian bewegend und erschreckend zugleich. Sopian, der unter mehreren körperlichen Handicaps leidet, kann durch die Arbeit von Gema Alam und GMI seinen Lebensunterhalt inzwischen mit dem Rösten und Verkauf von Kaffee verdienen. Stolz zeigte er uns auch den Prozess des Röstens der Kaffeebohnen. Es hat mich tief beeindruckt, dass Leuten, wie ihm, durch Mikrokredite und die Beratungen eine solche Perspektive gegeben werden kann.“

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Nach den Schilderungen des GMI-Fördermitglieds haben die Menschen dort „eine unerschöpfliche Energie, sich mithilfe der Mikrokredite selbst etwas aufzubauen. Es war bewegend zu sehen, wie stolz sie uns ihre erreichten Fortschritte und ihre Produkte zeigten oder uns die Maßnahmen erklärten, durch die sie ihr Einkommen zum Teil verdoppeln konnten.“ So kann Kaffee im Zusammenspiel mit einem Micrekredit ein Leben Nachhaltig ändern.

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Quellen: Tchibo-Kaffeereport 2018, Fairtrade, Statista, Indonesia Travel, GMI. Das vollständige Interview und die Fotos wurden mir von GMI, der Global Micro Initiative e.V., zur Verfügung gestellt. Titelbild: nimon_t/fotolia.com.

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