Mehr Wertschöpfung für Afrika

Obwohl Afrika ein Viertel der fruchtbaren Böden hat, ist der Kontinent Nahrungsmittel-Netto-Importeur. Kein Wundern denn die Agrarmärkte Ost- und Westafrikas werden überschüttet mit hochsubventionierten, billigeren Agrarprodukten aus der EU. Diese Produkte der EU, zumeist Überproduktionen, wie zum Beispiel Dosentomaten, oder Produktionsabfälle, wie Hänchenbeine und – Flügel, werden in Afrika so billig angeboten, dass sich vielerorts eine eigenständige Produktion nicht mehr lohnt. Europa hingegen kauft auf dem Nachbarkontinent im Süden nur die Rohstoffe auf. Die gewinnbringende Weiterverarbeitung passiert dann wiederum in den Industrienationen. Das klingt nicht nur unfair, es ist auch eine Ungleichbehandlung, die Armut in den Rohstoffländern fördert. Ein Unternehmen, dass sich für einen fairen Umgang mit unseren afrikanischen Handelspartnern einsetzt, ist die zum Beispiel die Gepa.

BIOFACH 2017: Start ins Kaffeejahr - GEPA-Kaffee: Echt fair!

Viele Länder des zweitgrößten Kontinents verzeichnen wirtschaftlichen Aufstieg mit wachsender Mittelschicht. Das ändert nichts am wirtschaftlichen und machtpolitischen Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd. Gepa-Geschäftsführer Peter Schaumberger erklärt: „Nach wie vor hat Afrika nur einen geringen Anteil am Welthandel und an der Wertschöpfung, sondern ist darauf angewiesen, unverarbeitete Rohstoffe zu niedrigen Preisen in die Industrieländer zu exportieren.“ Die Gepa bezieht von ihren afrikanischen Partnern neben Rohwaren wie Kaffee, Kakao und Tee auch Fertigprodukte wie Wein, Chutneys oder getrocknete Mangos zu fairen Bedingungen. Im Frühjahr wird die Gepa in Kooperation mit der Kaffee-Kooperative.de auch einen vor Ort in Ruanda gerösteten Kaffee auf den Markt bringen. Daneben bezieht die Gepa auch Halbfertigprodukte wie den „Bio Kagera Instant-Kaffee“. Er wird in Tansania in einer Anlage produziert, die mehrheitlich der Gepa-Partnerkooperative KCU gehört. Er wird nicht nur vor Ort geröstet, sondern auch sprühgetrocknet und später in Belgien in Gläser abgefüllt.

Weltklimakonferenz 2017 (COP 23)

„Kleinbäuerliche und ökologische Landwirtschaft in Afrika sind der Schlüssel zur Armutsbekämpfung“, erklärte Gepa-Geschäftsführer Peter Schaumberger. „Die EU sollte dies durch ihre Handelspolitik fördern!“, so der Agrarökonom und gelernte Landwirt. „Laut Welternährungsorganisation wirkt Wachstum in Landwirtschaft elfmal schneller als Wachstum in anderen Sektoren. Investitionen in Landwirtschaft sind aus unserer Sicht unerlässlich, um Armut wirksam zu reduzieren.“ Seit ihrer Gründung 1975 setzt die Gepa bei ihrer Kooperation mit afrikanischen Partnern auf Wissenstransfer, Wertschöpfung vor Ort, finanzielle Unterstützung und Stärkung der Selbstorganisation.

 

Bildrechte: GEPA – The Fair Trade Company/A. Welsing, obs/GEPA mbH/GEPA/C. Nusch, obs/GEPA mbH/GEPA/A. Welsing, Quelle: Gepa.

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