Klimawandel bedroht Kaffee

Dass es die Landwirtschaft bei einer Klimaveränderung zukünftig schwerer haben wird, das leuchtet ein. Für viele wird aber neu sein, dass es gerade den Kaffeeanbau treffen wird. Eine Studie der Universität Vermont aus dem Jahr 2017 bestätigt schlimmst Befürchtungen. So könnten sich die für den Kaffeeanbau geeignete Flächen bis 2050 je nach Erwärmungsszenario um 73 bis 88 Produzent reduzieren. Dem Welthandel würde so 180 Millionen Säcke Rohkaffee, also 10,8 Millionen Tonnen, fehlen.

Gestapelte Kaffeescke in Kolumbien

Kaffee reagiert nämlich besonders empfindlich auf Klimaschwankungen. Arabica Kaffee zum Beispiel braucht für sein Gedeihen eine relativ konstante Temperatur von zwanzig Grad. Schwankt die Temperatur oder wird es dauerhaft viel wärmer oder kälter, leiden die Pflanzen, entwickeln nicht ihr volles Wachstum oder werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.

Spielt das Wetter verrückt, dann sind Pilze und Käfer auf dem Vormarsch. Nach einer Hitzeperiode begleitet von extremen Niederschlägen 2012 breitete sich der Kaffeerost, eine Pilzerkrankung, epidemieartig aus, während anhaltende Dürre und heftige Stürme viele Kaffeebauern in Costa Rica zum Aufgeben zwang. Gleichzeitig vermehrt sich in Afrika und Asien der Kaffeekirschenkäfer explosionsartig und bedroht auch die widerstandsfähigen Robustapflanzen oberhalb von 1.500 Metern.

Robusta coffee trees have rust disease in the garden, coffee plantation.

Die Kaffeeindustrie reagiert mit neuen, besonders widerstandsfähigen Kreuzungen auf die Herausforderungen. Dabei greift sie auf ein bisher schier unerschöpfliches Reservoir frischer Gene wilder Kaffeesorten zurück. Doch diese Quelle könnte in absehbarer Zeit versiegen, denn Klimawandel, Pilz und Käfer bedrohen auch sie. Gewinner des Klimawandels könnte Australien werden, denn verschiedene Regionen des Kontinents würden sich erst durch gestiegene Durchschnittstemperaturen zum Kaffeeanbaugebiet eignen.  Kaffeerost, Kirschbohrer und andere große Schädlinge oder Krankheiten sind dort hingegen unbekannt. Mit bisher etwas über 1.000 Tonnen Kaffee steckt der Kaffeeanbau dort noch in den Kinderschuhen. Das könnte sich aber bald ändern…

 

Bildrechte: piyaset/fotolia.com, Actingpool/fotolia.com, pchoti/fotolia.com, Quelle: Greenpeace.

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