Krieg der Kaffee-Konzerne

Mit Koffein müssten sie sich ja auskennen: Softdrink-Multi Coca-Cola steigt mit dem Kauf von Costa ins Kaffee-Geschäft ein. Die britische Firma Costa ist nicht nur die größte globale Kaffeehaus-Kette nach Starbucks und McCafé, sie ist auch Starbucks größter Konkurrent. Starbucks seinerseits überraschte im Mai mit dem Verkauf seiner Handelssparte für 7,15 Milliarden Dollar in bar an den Schweizer Konzern-Riesen Nestlé. Jetzt wirft Coca-Cola mit dem Costa-Kauf für umgerechnet 4,4 Milliarden Euro seinen Hut in den Ring – und wird damit nicht nur direkter Kaffee-Konkurrent zu Nerstlé, sondern auch zum Firmen Imperium der JAB-Holding und damit mit der deutschen Milliardärsfamilie Reimann.

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Bisher hatten Nestlé und die JAB-Holding den Kampf um die Führung am Kaffee-Weltmarkt untereinander ausgemacht. Hauptkampflinie ist der Kaffeemarkt in den USA, wo die JAB-Holding jüngst sogar den Marktführer Nestlé überholen konnte. In Amerika hat JAB im vergangenen Frühjahr auch mit einem 7,5 Milliarden Dollar schweren Deal die schnell wachsende US-Bäckereikette „Panera Bread“ eingekauft. Außerdem gehören ihr die Donutkette „Krispy Kreme“, die beiden Kaffeehausketten „Coffee & Bagels“ und „Peet’s Coffee & Tea“ sowie seit kurzem auch die britische Sandwichkette „Pret A Manger“ mit wachsenden Marktanteilen in den USA.

Die schweizerische Nestlé, die mit Nescafé und Nespresso den Kaffeemarkt dominiert, expandiert ebenfalls mit Zukäufen in den US-Markt. Dort hatten sich die Schweizer die deutlich kleineren Kaffeefirmen „Chameleon Cold Brew“ und Blue „Bottle Coffee“ einverleibt. Doch der größte Coup der Branche war der Starbucks-Deal, verbunden mit dem Recht außerhalb der USA Starbucks-Produkte jenseits der Filialen zu verkaufen.

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Aber auch auf europäischem Boden übertrumpften sich JAB und Nestlé gegenseitig. So hat JAP sich in Europa innerhalb von wenigen Jahren ein milliardenschweres Kaffee-Imperium mit Marken wie Jacobs zusammengekauft. Zu JAB gehören Marken wie Senseo, Tassimo ond Piazza d’Oro.  Nestlé hingegen verwaltet 23 Kaffeefirmen unter seinem Dach, darunter Nescafé, Nespresso und Dolce Gusto. Doch erst in Kooperation mit Starbucks wandelte sich der Nahrungsmittel-Gigant auch zum Kaffee-Riesen.

Coca-Cola steigt erst spät in das Kaffee-Geschäft ein, wirft aber ein gehöriges Gewicht in die Waagschale. Die Coca-Cola Company bezeichnet sich selbst als das größte Getränkeunternehmen weltweit. Das Unternehmen verkauft über 3900 Produkte in mehr als 200 Ländern der Welt und beherrscht über die Hälfte des weltweiten Softdrink-Marktes, wobei die Produktion dieser Getränke vor allem durch nationale Lizenzabfüllbetriebe übernommen wird.

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Zu Coca-Cola gehören heute laut Handelsblatt neben Fanta und Sprite die Mineralwasser von Apollinaris oder Vio ebenso wie die isotonischen Powerade-Getränke und Honest-Bio-Tee. Die Amerikaner leiden seit einiger Zeit darunter, dass die Verbraucher gesundheitsbewusster geworden sind und die zuckrigen Brausegetränke immer öfter im Regal stehen lassen. Deshalb investieren sie verstärkt in gesündere Getränke mit weniger Zucker. Nun auch in Kaffee. Da kommen die rund 4.000 Filialen von Costa gerade recht.

Auf den Kaffeemarkt kann sich das Coca-Cola-Investment positiv auswirken. Zu groß war die Gefahr, dass JAP und Nestlé den Kaffeepreis noch stärker in ihrem Sinne kontrollieren. Mit einem dritten Player könnte das wieder etwas schwerer geworden sein. Verlierer bei diesen Übernahme-Gefechten sind nämlich nicht selten die kleinen Kaffee-Bauern, die für die internationalen Konzerne zwar so gut wie keine Rolle spielen, die aber unter den Preismanipulationen am Weltmarkt leiden. Den Teil des Erfolgsmodells der Branchen-Riesen ist es, den Bauern möglichst wenig für ihre Rohware zu bezahlen. Nur so lassen sich Gewinne maximieren ohne die Preise für Endkunden zu erhöhen.

 

Mehr über den Starbucks-Deal mit Nestlé steht hier!

Infos über Costa Coffee finden sich hier!

 

Bildrechte: bluedesign/fotolia.com, Costa Coffee, Quellen: Pressemeldung von Nestlé vom 7. Mai 2018, Wallstreet-online, boerse-express.com, bild.de, Wikipedia, Handelsblatt.

 

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