Kaffeeszene Hamburg: Deathpresso im kopiba

Schmuddelkind, Gefahrenzone, Kneipenviertel, Touristenziel, Sehnsuchtsort, die Schanze hat im Lauf der Zeit viele Namen verpasst bekommen. Irgendwie stimmen alle und auch wieder nicht. Am bekanntesten dürfte die Rote Flora sein, seit vielen Jahren „Instandbesetzt“ und immer wieder im Zentrum von Demos und Krawallen. Darum herum hat sich eine bunte und multikulturelle Umgebung entwickelt, die seit zehn Jahren das ist, was es gefühlt schon lange war, ein eigenständiges Viertel nämlich.

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Doch auch hier trifft Kommerz auf Revolution und Gentrifizierung auf gewachsene Strukturen. Noch scheint der Spagat zu gelingen, aber wie lange noch? Das dachte ich mir, als ich nach einer bodenständigen Döner-Box, hier Pommdöner genannt, am Pferdemarkt vor einem Coffeeshop stand, der zwar nach meinen Recherchen tollen Kaffee ausschenken soll, für mich aber zu in, zu hipp, zu yuppy – sagt man das heute noch? – und schlicht und ergreifend zu ungemütlich aussah. Macht nichts, denn ich brauche mich nur umzudrehen und finde schräg gegenüber die kopiba, beziehungsweise Deathpresso, ein Laden, der all das nicht ist, was ich vorher aufgezählt habe und der ins Viertel passt. Die dazugehörige Rösterei soll nach eigenem Bekunden genau an der Grenze zwischen Schanze uns St. Pauli liegen. Vielleicht verkauft sich St. Pauli auf Kaffeepackungen auch einfach besser, als Schanzenviertel.

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Im Inneren erwartet mich ein Café, wie es sie in München, Berlin, Hamburg in den 80er und 90er Jahren viele gab, etwas abgeranzt, urgemütlich, punkig, Schanze halt. In den Regalen stapelt sich der Kaffee aus der eigenen Rösterei, in der Vitrine warten selbstgemachte Torten darauf bestellt zu werden. Der Deathpresso ist nicht nur bio und Fairtrade, er ist auch noch lecker und verwandelt sich mit der cremig geschäumten Milch in meiner Tasse zu genau der Mischung, die ich erhofft hatte. Bei Versandkosten von nur 2,90 Euro kann es durchaus passieren, dass ich hier mal nachbestellen muss.

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Der Deathpresso-Test findet hier statt!

Als nächstes steht die Rösterei Burg auf dem Plan.

 

kopiba, Kaffeerösterei & Bar, Beim Grünen Jäger 24, Hamburg Schanzenviertel, Öffnungszeiten: Montag – Freitag 09:30 – 20:00 Uhr, Samstag und Sonntag 10:00 – 20:00 Uhr.

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