Kaffeestadt Hamburg I

Der meiste bei getrunkene Kaffee war schon einmal in Hamburg. Schließlich ist dort auch der größte Kaffee-Verladehafen im Land. Historisch gesehen bedeutet das, dass Deutschland aus zwei Richtungen vom Kaffee erobert wurde: aus dem Süden durch den Einfluss aus Italien, Österreich und dem Balkan und aus dem hohen Norden, wo die Schiffe mit dem braunen Gold anlandeten.

Kein Wunder, dass sich da, wo der aus Übersee stammende Rohstoff gehandelt wurde, auch eine Reihe von Röstereien ansiedelten. 1677 gab es in der freien Hansestadt das erste Kaffeehaus. Nur ein viertel Jahrhundert später waren es schon vier. Die Stadtchronik benennt als Hamburger Kaffeewirte Frantz Höfel, Johan von Heußden, Jean Toussecour und Seziaques Beyerling und vermerkt, dass jeder von ihnen zwischen 150 und 300 Mark Steuern jährlich zu entrichten hatte. Steuern ist ein wichtiges Stichwort, denn so schnell, wie die Beliebtheit des schwarzen Sudes bei der Bevölkerung wuchs, so schnell erkannte die Obrigkeit, dass sich mit der Kaffeesteuer vortrefflich die Staatskasse auffüllen lässt.

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Doch erst 1880 verhalf der Bau des Freihafens als Ergebnis des Zollanschlusses an das Deutsche Reich begann das große Kaffeezeitalter in Hamburg. 1885 begann der Bau der Speicherstadt und zwei Jahre später eröffnete bereits die Kaffeebörse. Der Hamburger „Verein der am Caffeehandel betheiligten Firmen“ bezog Quartier am Sandtorkai und zog zusätzlich Kaffeehändler an. Mit der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Konsumgenossenschaften mbH (GEG) siedelte sich 1903 auch der erste Großröster an.

Gleichzeitig entstanden auf dem Hafengelände die ersten Kaffeeklappen. So bezeichnete man die Volkskaffeehallen, die vor allem Hafenarbeiter mit Kaffee versorgten. Die Idee dazu stammte aus London und fand rasch Nachahmer in anderen europäischen Großstädten und diente vor allem dazu, die Arbeiter vom Schnaps abzuhalten. Kaffee schien dafür besonders geeignet, da man beobachtete, dass die Arbeiter nach der Kaffeepause besonders wach waren und konzentrierter ans Werk gingen.

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Morgen geht es weiter mit der Entwicklung von 1900 bis heute!

Mehr über meine Kaffee-Beute steht hier!

Übrigens: Hamburg ist Sitz des Deutschen Kaffeeverbandes. Mehr darüber steht hier! 

Infos zur bis heute erhobenen Kaffeesteuer gibt es hier!

 

Quellen: Wikupedia, Kaffeetraditionsverein, Spiegel, Hamburger Morgenpost.

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