Salzburg – das Fingerlos

Der Grund für diesen Salzburg-Besuch war ein ganz einfacher: hier war schönster Spätsommer, während in München schon Mantelwetter herrschte. Dank eines verhinderten Kollegen hatte ich eine Abholung in Salzburg. Schon auf der Anfahrt gab es bis zur bayerisch-österreichischen Grenze graue Wolken, die dann auf wundersame Weise verschwanden. Über Salzburg lachte die Sonne, die Menschen liefen ohne Jacke, beziehungsweise sie saßen in Straßencafés herum und genossen den Herbst. Das wollte ich auch.

Zurück in München um ein freies Wochenende gebucht, das nächste Wochenende wohlgemerkt, Hotel gebucht, Zugtickets gekauft, Frau eingepackt – los ging’s. Tatsächlich wiederholte sich das Wetter-Schauspiel: kaum in Österreich, schon schien die Sonne und es war 12° wärmer. Deshalb auch die Devise so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen – auch das Frühstück. Das Samstagsfrühstück gab’s – wie berichtet – am Kleinen Grünmarkt, für das Sonntagsfrühstück aber sollte es etwas besonderes sein: das Fingerlos.

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Da muss ich erstmal noch auf den Paris-Vergleich zurückkommen, beziehungsweise auf das Wiener Ringstraßen Flair. Dieser Vergleich nämlich ist weit weniger bemüht, wie manch anderes, was in Reiseführern steht. In der Tat vermittelt gerade die Franz-Josef-Straße, eine breite baumgesäumte Allee, die zum Flanieren einlädt, genau diesen Eindruck. Überhaupt ist das Andräviertel der Salzburger Neustadt ein gediegener Stadtteil, wie man ihn auch in Wien oder Paris finden kann. Mal eher Paris, wie rund um den Kleinen Grünmarkt, spätestens beim Fingerlos dann doch wieder Wien. Namensgeber ist übrigens die nahe Andräkirche.

Das Fingerlos ist ein helles Kaffeehaus mit Konditorei, Confiserie und Patisserie. Im lichten Inneren gelingt der Spagat zwischen dezenter Moderne und Tradition, Palmen stehen in der Mitte, doch die schier endlose Glasvitrine ist der Dreh- und Angelpunkt des Cafés, denn hier liegen, offen sichtbar für jeden, die Ergebnisse einer soliden Handwerkskunst. Neben seinem traditionellen Ruf hat sich das Fingerlos zuletzt auch einen Namen als Früstückscafé gemacht. Die Auswahl ist groß, die Preise angemessen – für ein Bio-Ei im Glas sind 1,50 Euro wahrlich nicht übertrieben und Ham und Eggs für 6,20 Euro sind es auch nicht.

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Es ging uns ja um die Sonne, weshalb wir natürlich draußen saßen an diesem herrlichen Boulevard. Doch im Gegensatz zur Wiener Ringstraße war der Verkehr hier eher spärlich, so dass man in Ruhe frühstücken konnte. Würstchen, frische Croissants, Lachs, Frischkäse, die Variationsmöglichkeiten waren ergiebig. Für ein Frühstück in Salzburg ist das Fingerlos immer eine gute Wahl.

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Fingerlos, Franz-Josef-Straße 9, Salzburg Neustadt, Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 07:30 – 19:30 Uhr, während der Festspiel-Saison auch an einigen Montagen geöffnet.

 

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