Der Mokka-Express

Türkischer, bosnischer oder griechischer Kaffee haben einen Nachteil: die Herstellung ist unter Umständen etwas aufwendig. Vor allem, wenn man die originalen Kupfertiegel aus Sarajevo benutzt, denn die kann man nicht in der Spülmaschine reinigen. Der griechische oder türkische Briki, beziehungsweise Ibrik ist natürlich leichter zu reinigen, aber es gibt nichts enervierenderes, als auf Wasser zu warten, das kochen soll. Denn ist man einen Augenblick abgelenkt, dann hat man ein hartnäckiges Wasser-Kaffeegemisch auf dem Herd, womit wir wieder beim Thema Reinigung wären.

Bei dieser Zubereitung eines Kaffees handelt es sich wohl um die älteste bekannte Technik, wie sie schon seit Jahrhunderten in Äthiopien in Gebrauch ist. Ursprünglich wurde das Kännchen jedoch nicht mit einer Flamme oder Herdplatte erhitzt, sondern in einem heißen Sandbett auf einer Feuerstelle langsam auf Kochtemperatur gebracht. Dies ist eine besonders schonende Zubereitungsart, die das Aroma schön zur Geltung bringt. Für griechische und türkische Kaffeehäuser gibt es mittlerweile eine moderne Variante, bei der das Sandbett durch eine Elektroplatte heiß gemacht wird.

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Wem das alles zu aufwendig oder mühsam ist, dem sei mit einem elektrischen Mokka-Kocher geholfen. Ich entschied mich für den preisgünstigen TZS First Austria, der für unter 20 Euro zum Beispiel auf Ebay oder Amazon erhältlich ist. Einfach sehr fein gemahlenes Kaffeepulver – etwa ein Kaffeelöffel pro Mokkatasse – und Wasser in den Kocher gefüllt, Zucker idealer Weise gleich mit dazu, und nach nur zwei Minuten Brühzeit ist der Kaffee fertig.

Da der Kocher keine Abschaltautomatik hat, was ja auch Unsinn wäre, sollte man diese kurze Zeit auch in die Beobachtung investieren. Vor allem beim zweiten Aufkochen ist das Gerät unerwartet schnell. Nein, sogar noch schneller. Da ich trotz solch einer Warnung zu langsam war, steht zu vermuten, dass der Nutzer erst nach einer gründlichen Reinigung von Kocher und Küche versteht, was unter sehr schnell zu verstehen ist.

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Unter Kaffeekennern könnte ein Streit darüber entstehen, ob eine so kurze Brühzeit dem Aroma zu- oder abträglich ist. Zugegeben, es ist schon sehr zackig. Wem das zu wenig Zeit zur Aromaentfaltung ist, der kann ja auch ein drittes Mal aufkochen – oder gleich die klassische Herstellung wählen. Da bei mir morgens jede Sekunde zählt benutze ich den TZS First Austria inzwischen oft und gerne. Denn nur Instant-Kaffee ist schneller…

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