Wie schreibt man eigentlich Kaffee?

Das kann einen schon verwirren: wir trinken den Kaffee im Café. Oder einen Café crème im Kaffeehaus? Und beginnt der Kanon des protestantischen Komponisten und Musikpädagogen Carl Gottlieb Hering nicht mit „C-A-F-F-E-E, trink nicht zu vie-hiel Ca-haf-fee!“?

Da lohnt ein Blick auf die Herkunft von Wort und Produkt. Denn Kaffee ist – so sehr wir uns daran gewöhnt haben – kein deutsches Wort. Seinen Ursprung hat das Heißgetränk in Äthiopien, genauer gesagt in der Region Kaffa. Hier soll Ziegenhirten aufgefallen sein, dass sich ihre Tiere nach dem Verzehr bestimmter Früchte ungewöhnlich lebhaft verhielten, so die Legende. Dort ansässige Mönche hätten den Zusammenhang zwischen Pflanze und Wirkung erkannt und – um länger wach bleiben und so mehr beten zu können – daraus den Kaffee entwickelt. Daher könnte man annehmen das Getränk ist nach dieser Region benannt.

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In der Welt der Sprachwissenschaftler herrscht aber größtenteils die Meinung vor, dass unser Wort Kaffee vom arabischen qahwa abgeleitet wurde, was einen aus Beeren gekochten Wein bezeichnet. Da den Muslimen der Genuss von Wein ja verboten war, griffen sie gerne auf diese alkoholfreie Alternative zurück. Nachdem sich im 14. Jahrhundert der Kaffee in der ganzen arabischen Welt verbreitete, wurde in Konstantinopel, heute Istanbul, 1554 das erste Kaffeehaus der Welt eröffnet. Die Türken waren es auch, die den kahve schließlich nach Europa brachten. Daher kommt es auch, dass sich im deutschen Sprachraum der Begriff Türkentrank etablierte.

In jeder Sprache wurde eine an das Ursprungswort – qahwa oder kaffa, je nach Lesart – angelehnte Bezeichnung geschaffen. Das Deutsche Wort Kaffee wurde wahrscheinlich aus dem französischen Café oder dem italienische Cafè übernommen und schließlich in die heute gültige Form eingedeutscht: mit Doppel-F und Doppel-E und akzentfrei. Während man für das aus Österreich übernommene Kaffeehaus die eingedeutschte Schreibweise beibehielt, wählte man für die aus Frankreich stammende Institution Café die frankophone Version.

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So kam es schließlich, dass in den europäischen Ländern ähnlich klingende Begriffe für Kaffee ihren Platz im Sprachgebrauch bekamen, von kava, über kafés bis kaffe, was uns das Bestellen im Ausland deutlich erleichtert. Sogar in China ordert man ganz weltmännisch einen kafei. Doch Vorsicht! In jedem Land gibt es nicht nur eine landestypische Schreibvariante von Kaffee, auch die Zubereitung entscheidet sich von Region zu Region. Während ein Kaffee in Deutschland üblich Weise ein Filterkaffee ist, ist ein kava oder kavu auf dem Balkan zum Beispiel ein traditionell im Ibrik aufgekochter Mokka. Oder Mocca? Das ist aber schon wieder eine andere Geschichte…

 

Bildrechte: Tiko/photolia/com, Coffeenewstom (2x).

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