Café-Welten: Was wurde aus dem Café um die Ecke?

Luigi stellt die Bistro-Stühle vor sein Café. Von der Straße dröhnt der Verkehr vorbei, besonders Eilige hupen, während Menschen auf dem Weg zur Arbeit vorbeihuschen. Hinter uns fällt die Türe mit einem dumpfen Laut zu, die Geräusche des Alltags ebben ab und bleiben nur als gedämpftes Rauschen vermischt mit dem Murmeln der Gäste im Café. Hier klirrt ein Löffel auf der Untertasse, hier raschelt eine Zeitung. Sonst durchbricht nur das Brummen der Kaffeemaschine und das schrille Kreischen der Dampflanze den monotonen Geräuschteppich.

Es riecht nach Kaffee, Toast, Spiegeleiern und Speck – vor allem aber nach Kaffee, der hier in verschiedensten Spielarten angeboten wird. Der Einrichtung nach könnte dieses Café in Mailand, Rom, Paris, Lyon oder sonstwo sein, wo man so einen gemütlichen Ort zu schätzen weiß. Eine nachgedunkelte Einrichtung aus Holz, ein langer Tresen auf der das Prunkstück des Ladens thront, eine dreigruppige Kaffeemaschine, kleine Bistrotische aus Marmor und Gusseisen, Plakate längst vergangener Zeiten an der Wand. Luigi legt Wert auf Qualität, auf guten Kaffee und darauf, dass seine Gäste zufrieden sind. Deshalb kann es bis in die Nacht dauern, bis die Lichter im Café nach einem langen Tag verlöschen.

restaurant in Paris, France

Denken wir an ein schönes Café, dann könnte das Bild dazu so oder so ähnlich aussehen. Klar dabei ist, dass – trotz aller Gemeinsamkeiten – die Individualität eine wichtige Rolle spielt. Unser Lieblingscafé ist unverwechselbar, einmalig und mehr als nur eine liebe Erinnerung. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Stereotyp eingerichtete Kaffeeketten? Backshops bestückt mit einigen Funktionsmöbeln? Kaffeeecken in Einkaufszentren und an Tankstellen?

Coffeenewstom wird sich in den nächsten Tagen intensiv mit modernen Café-Welten befassen. Von der Bäckerei-Kette über den Groß-Röster bis zum Systemgastronomen. Alle versuchen etwas vom lukrativen Kaffeemarkt ab zu bekommen. Dabei wollen wir die Rolle der aktuellen Anbieter beleuchten – und wie sich durch deren Angebote unser Konsumverhalten ändert. Morgen geht es los mit der Bäckerei Zöttl.

 

Bildrechte: ekaterina_belova/fotolia.com, anyaberkut/fotolia.com.

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