Der große Blonde mit dem skandinavischen Akzent

In den USA und den nordeuropäischen Ländern kennt man sie schon lange: helle Kaffeeröstungen. Im Handel findet man sie vereinzelt und den Bezeichnungen „First Crack“, „Cinnamon Roast“ oder „Light Roast“, beziehungsweise „helle“ oder „nordische Röstung“. Gemeint sind Kaffeebohnen, die nur kurze Zeit in der Rösttrommel verbracht haben, eben bis zum ersten Knacken, dem „First Crack“, dass dem Röstmeister anzeigt, dass die Mindestdauer in diesem Röstvorgang  erreicht ist. Nimmt er die Bohnen jetzt aus der Trommel, dann hat er eine helle Röstung, je länger sie noch in der Trommel leiben, desto dunkler wird der Kaffee.

Direkt nach dem First Crack hat die helle Kaffeeröstung noch sehr viel Feuchtigkeit und deswegen eine glatte Oberfläche. Charakteristisch sind der besonders stark ausgeprägte Säureanteil und deutliche Fruchtaromen bis hin zu einer Zitrusnote. Insgesamt ist ihr Geschmack eher leicht, da die Kaffeebohne noch relativ nah am Rohzustand ist und ihren erdigen, körnigen Geschmack noch nicht ganz verloren hat.

„First Crack“ eignet sich besonders für Filterkaffees, kann aber auch in der French Press zubereitet werden. Ganz besonders bringt er seine feinen Aromen beim Cold-Brew-Verfahren zum Ausdruck, insbesondere seine feine Säure. Denn durch den früh beendeten Röstvorgang wurden weniger kaffeeeigene Säuren abgebaut. Dafür sind aber auch weniger Bitteraromen entstanden, so dass das Ergebnis trotzdem ausgewogen bleibt.

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Seit kurzem gibt es „Blonde Roast“ mit einer Mischung aus Bohnen aus Kolumbien und Ostafrika auch beim deutschen Kaffeeröster Tchibo. Bezeichnend für ihn ist sein feines Aroma – zart, fruchtig und mit einem Hauch von Süße, dafür mit wenig Bitterstoffen und nur schwachen Röstaromen. Der Kaffee trägt das Siegel der Rainforest Alliance. Die Rainforest Alliance setzt sich für den Schutz sensibler Ökosysteme, wie der Tier- und Pflanzenwelt, ein und fördert die nachhaltige Bewirtschaftung von Landflächen. Dazu gehören auch angemessene Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Kaffeefarmer und ihre Familien.

Fazit von CoffeeNewsTom: „Blonde Roast“ schmeckt schon als Filterkaffee überraschend anders: frischer, fruchtiger, aber auch floraler und erdiger. Als „Blonde Cold Brew“ bietet er die Grundlage für viele Mixgetränke. Die Skandinavier sind uns in dieser Beziehung schon einige Schritte voraus. Grund genug im Herbst mal ein paar neue und blonde Kaffee-Kreationen auszuprobieren.

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Bildrechte: Tchibo (2x), CoffeeNewsTom.

 

5 Gedanken zu “Der große Blonde mit dem skandinavischen Akzent

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