Weltverbecherer

Anfang des Jahres habe ich mich über Tchibo noch geärgert. Die trotz allem freundliche Bedienung in der Tchibo-Filiale in der Münchner Leopoldstraße verweigerte mir die Befüllung meines Mehrwegbechers. Dabei lag es weniger an ihr, es sei eine Dienstanweisung, so erklärte sie mir. Mitgebrachte Gebinde durften nicht befüllt werden.

Inzwischen hat auch Tchibo das Thema Mehrweg für sich entdeckt. Jetzt wird nicht nur Kaffee in Kundeneigene Becher ausgeschenkt, es gibt sogar 10% Rabatt. Mit einer großangelegten Aktion ab den heutigen Montag in Hamburg will deutsche international tätigen Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen mit traditionellem Kaffeeschwerpunkt seine Position zum Thema Mehrwegbecher unterstreichen.

An der Fassade Mönckebergstraße 10 (U-Bahn Mönckebergstraße) entsteht mit 1.000 Bechern ein überdimensional großer Schriftzug mit den Worten „Mach die Welt ein bisschen Becher“. Profikletterer bringen die Installierung heute 7:00 Uhr, an. Die Installation wird von einem Magnetfeld getragen und bleibt für zwei Wochen bestehen. Alle verwendeten Einweg-Becher sind Ausschussware, die nicht für den Verkauf geeignet war. Parallel verschenkt Tchibo Mehrweg-Becher in der Innenstadt und gibt bei Wiederbefüllung mitgebrachter Becher zehn Cent Rabatt.

Von der Wegwerfgesellschaft zur Mehrwegkultur

Mit der Kaffee-Einweg-Becher-Installation „Mach die Welt ein bisschen Becher“ in der Hamburger Innenstadt will Tchibo ab Montag auf die Umweltthematik aufmerksam machen – und zum Umdenken anregen. Denn: Nach wie vor verbrauchen die Deutschen stündlich bis zu 320.000 Einweg-Becher. Diese landen im besten Fall im Mülleimer, verunreinigen jedoch oft auch öffentliche Plätze. Und nicht nur die Verschmutzung wiegt hier schwer, auch die Herstellung der Becher kostet wertvolle Ressourcen. Also muss unsere „Coffee-to-go-Kultur“ zur „Mehrwegkultur“ werden.

Tchibo geht dabei direkt auf den Verbraucher zu: Zwischen den Tchibo Filialen Mönckebergstraße, Spitalerstraße, Gerhofstraße und auf der Langen Reihe sind  heute und morgen vier Promoter unterwegs. Sie schenken Passanten, die Einweg-Becher in den Händen halten, einen Mehrweg-Becher von Tchibo. Über 2.000 Mehrweg-Becher werden an diesen Tagen verteilt. Tchibo erhofft sich vom direkten Kontakt, dass die Aktion bei den Passanten länger im Gedächtnis bleibt und so zu einem Umdenken anregt.

Tchibo ist darüber hinaus Projektmitbegründer der Hamburger Initiative „Pfandsystem für Kaffeebecher“. Gemeinsam mit der Umweltbehörde, der grünen Bürgerschaftsfraktion sowie weiteren großen Coffeeshop-Betreibern wird derzeit ausgelotet, wie ein Mehrwegbecher-System in Hamburg funktionieren könnte.

„Unser Ziel ist es, die Einweg-Becher so weit wie möglich aus den Filialen zu verbannen. Unsere Einführung von Mehrweg-Bechern, die Installation und der Schriftzug „Mach die Welt ein bisschen Becher“ sind hierfür wesentliche Schritte. Jeder Kauf ist eine Entscheidung. Mit der Entscheidung für Mehrweg kann jeder Kaffeetrinker seinen Teil beitragen und zu einem Weltverbecherer werden“, sagt Stefan Dierks, Manager Unternehmensverantwortung bei Tchibo.

PIWeltverbechererBild2

Bildrechte: Tchibo

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