Schickimicki statt Kaffeehaus?

Noch ist nicht bekannt wer im Sommer das ehemalige Tambosi am Odeonsplatz bewirtschaften soll. Inoffiziell wird Promi-Wirt Ugo Crocamo als Nachfolger gehandelt. Das lässt vermuten, dass München bald über ein weiteres Promi-Lokal verfügen wird. Wo ehemals ein ehrwürdiges Kaffeehaus sein bürgerliches Publikum anzog – und das immerhin durchgehend seit 1775! – könnte sich schon bald die Bussi-Bussi-Gesellschaft ein Stelldichein geben. Als wenn die Schickeria so nötig ein neues Quartier bräuchte. Aber Tradition zählt wohl nur noch wenig in einer immer kommerzieller werdenden Stadt.

Geld wird er aber mitbringen müssen, der Nachfolger der Waldeckers: die Münchner tz berichtet von einer zukünftigen Pacht von 65.000 Euro. Vielleicht aber immer noch besser als wenn sich dort ein weiterer Flagshipstore eines Modelabels, breit macht, wie im ehemaligen Hag-Rottenhöfer nur Schritte vom Odeonsplatz entfernt. Das Café Roma, das Jahre zuvor von einen ähnlichen Schicksal ereilte, soll ja bald wieder auferstehen. Wenigstens ein Lichtblick.

Bleibt nichts, als vergangenen Zeiten nachzutrauern. Als es noch lokale Kaffeespezialitäten wie den Caffè Borgia mit Honig und Zimt oder den Caffè Lola Montez mit Schokolade und Vanillezucker gab.

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